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Friedrichsdorfer Freudensprünge


Es war die Schlüsselszene im Spitzenspiel der Kreisoberliga. Sabit Zejnullahu entschied gestern in der 58. Minute mit einem Traumtor unser „Spiel der Woche“ gegen den Tabellendritten SGK Bad Homburg. Und wer den Treffer vom Mittelfeldspieler des FSV Friedrichsdorf gesehen hat, der wurde im Sportpark an richtig großen Fußball erinnert.

Zejnullahus Mitspieler Sahin Burak hatte eine hohe Flanke in den Strafraum der Kirdorfer gespielt. Dort wurde der Ball vom Innenverteidiger Zoran Gavran unkontrolliert aus der Gefahrenzone geköpft. Zejnullahu kam so etwa 20 Meter vor dem SGK-Tor in Ballbesitz. Mit dem rechten Fuß nahm er den Ball an, legte sich das Spielgerät auf den linken Fuß und drosch die Kugel flach mit einem Dropkick ins Gehäuse. Keine Chance für den guten Keeper Robert Seifert, der sich noch lang machte, aber das Tor nicht verhindern konnte. FSV-Trainer Metin Yildiz schnalzte lange nach dem Schlusspfiff nochmals mit der Zunge: „Das hat der Sabit wirklich ganz stark gemacht. Das war richtig großes Kino“. Das große Kino änderte jedoch nichts daran, dass der FSV schon bessere Leistungen auf der Bühne der Kreisoberliga dargeboten hat. Der 2:1-Sieg kam etwas glücklich zustande.

Die Suche nach der Form

Die Gäste wurden danach noch munterer, stellten die Räume gut zu, störten früh und spielten aggressiv gegen den Ball. Die Elf von Trainer Metin Yildiz fand nicht zu ihrem Spiel. Die FSV-Akteure wirkten im Zweikampf nicht entschlossen genug und suchten den Erfolg nur in Einzelaktionen. Yasin Albayrak mit einem Fernschuss von der Strafraumgrenze (30.) und Marino per Kopfball (40.) – mehr hatte der Favorit zunächst nicht zu bieten. Die Gäste verpassten durch Cüneyt Yalcin das 2:0, der eine schwache Faustabwehr von Keeper Patrick Mohr nicht nutzen konnte (34.).

Zur Pause stellten sich den rund 100 Zuschauern zwei Fragen: Können die Gäste das hohe Tempo weiter gehen? Und: Welche Antwort würde der Tabellenführer geben? Nach Wiederanpfiff ging es im Sportpark dann gleich rund.

Unglückliches Eigentor

Albayrak hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und den Ball scharf und flach in den Strafraum gespielt. Ersin Dali Dincer spritzte in diese Hereingabe und bugsierte dabei die Kugel unglücklich ins eigene Tor. Betretene Minen beim Tabellendritten. Der FSV drängte dagegen sogleich auf den Führungstreffer. Und der Geniestreich von Zejnullahu drehte gut zehn Minuten später die Partie vollends.

SO SPIELTEN SIE
FSV Friedrichsdorf – SGK 2:1 FSV Friedrichsdorf: Mohr – Vaughan, Fuchs
clearing
Die Gäste fanden nur ganz langsam wieder ins Spiel und suchten den Erfolg mit hohen Flanken in den Strafraum. Aber dort stand der regionalligaerprobte Innenverteidiger Martin Ochmann, der alles wegräumte und Sicherheit in den hinteren Regionen herstellte. Dennoch hätten Vural (per Kopfball, 71.) und Yalcin mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (81.) den Ausgleich erzielen können. Sie scheiterten aber knapp. Erwähnenswert noch die „Ampelkarte“ für Albayrak. Er hatte in der Nachspielzeit den Ball weggeschlagen.

FSV-Trainer Yildiz ballte nach dem Schlusspfiff beide Fäuste und schrie seine Freude heraus. Da der FV Stierstadt überraschend den Sportfreunden Friedrichsdorf mit 3:4 unterlag, wird sein Team auf jeden Fall als Tabellenführer überwintern. Die Aufstiegsträume reifen.