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700 Zuschauer erleben 3:2 der SGK

Eine große Kulisse, ein buntes Rahmenprogramm und viel Sonnenschein: Fußballherz, was willst du mehr als beim Kirdorfer Fußballderby?

Bad Homburg. 

Das Kirdorfer Derby auf der Sportanlage „Am Wiesenborn“ war ein Event der besonderen Art. Zu dem Klassiker zwischen SGK und DJK kamen 700 Zuschauer, so viele wie schon lange zu keinem Kreisoberliga-Fußballspiel mehr. Auch der Wettergott war ein Kirdorfer, denn die warme Frühlingssonne animierte zum Besuch und sorgte – quasi gemeinsam mit der SGK – für gute Laune unter den Besuchern. Denn der Veranstalter hatte mit den Cheerleadern der Bad Homburg Sentinels, einer Hüpfburg und einem Wurfspiel für Kinder, einer Wasserbar und fetziger Musik einiges zu bieten.

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SF Friedrichsdorf – SGK Bad Homburg 0:3 (0:0):

 „Armut gegen Elend“, hakte SGK-Trainer Mohamed Chafchaoui den Sieg schnell ab. Einig war er sich mit Friedrichsdorfs Vorstandsmitglied Michael Wilczek darin, dass der Dreier aufgrund eines Chancenplus verdient, aber zu deutlich ausfiel. Erst nachdem SGKler Ismail Bal Gelb-Rot (Foulspiel) kassiert hatte, lief’s beim Gast besser: Kyle Howie stellte per Fernschuss (60.) und mit einem Kontertor (88.) die Weichen auf Sieg. Das 0:3 (90.+2) erzielte Emre Yilmaz mit einem an Ikemba Bankunye verschuldeten Elfer. Bereits in der 30. Minute hatte SGKler Cüneyt Yalcin den Pfosten getroffen.

Tore: 0:1/0:2 Howie (60./88.), 0:3 Yilmaz (90.+2/FE).

SG Eschbach/Wernborn – SGK Bad Homburg II 3:1 (2:1):

Den Unterschied zugunsten des Tabellenvierten machte Torjäger Ergin Cakar, der zum 2:1 (45.) traf und in der 70. Minute für den 3:1-Endstand sorgte. In der 43. Minute hatte Daniel Maibach per 18-Meter-Freistoß das 1:0 erzielt und David Eiding im Gegenzug zum Ausgleich der SGK-Reserve getroffen.

 

Für Kirdorfer Derby gilt „Motto 301“

VON WOLFGANG KULLMANN

Der 9. April – ein Datum, dass in Kirdorfer Fußballkreisen elektrisierende Wirkung hat. Wieder mal heíßt es SGK kontra DJK, Rot gegen Schwarz. Vor hoffentlich 301 Zuschauern und mehr.

Von rassigen Szenen wie dieser lebt das Derby: Emre Yilmaz (SGK, li.) bearbeitet Erhan Özkaratas (DJK).

Kirdorf. 

103 Zuschauer – schon diese Menge an Fans wäre eine stattliche, ja bisweilen überdurchschnittliche Zuschauerzahl in der Fußball-Kreisoberliga. Selbst bei einem Derby. Aber Patrick Tietz, Fußball-Abteilungsleiter der SGK Bad Homburg, und seine Helfer wollen mehr: 301 sollen es – mindestens – sein, die am 9. April zum Derby gegen Nachbar DJK an den Wiesenborn kommen.

SGK kontra DJK: Diese Duelle waren früher der absolute Höhepunkt einer jeden Fußballsaison in Kirdorf. Zuletzt war das Interesse eher geringer. Patrick Tietz will nun wieder Schwung in die Kirdorfer Duelle reinbringen und ein „Event“ daraus machen. Gerade weil er sich an seine Zeit als Spieler erinnert: „Wir, die Roten, gegen die Schwarzen der DJK – da bedurfte es keiner speziellen Motivation. Zuschauer waren in Massen da, auf dem Platz ging es richtig zur Sache, und der Sieger lief mit geschwellter Brust durch den Bad Homburger Stadtteil. Zumindest mal bis zum nächsten Derby.“ Eins, so betont Tietz mit erhobenem Zeigefinger, dabei allerdings nicht: „Wir wollen keine Feinde sein, sondern Konkurrenten in einem fairen sportlichen Wettbewerb.“

Ein ganz langer Tag . . .

Wie fast schon zu erwarten war, gab es keinerlei Probleme, genügend Helfer für den sportlichen Leckerbissen am 9. April zu finden, bei dem die SGK (Tabellendritter) und DJK (4.) ihre Anwartschaft auf Vizemeisterschaft und Aufstiegsspiele unter Beweis stellen wollen. Rund 15 Personen sind fest eingeplant, die an jenem Sonntag die verschiedensten Positionen rund um den Platz besetzen werden. Und für die wird es ein ganz langer Tag des Sports, der schon am Vormittag beginnt und je nach Wetterlage bis in die Abendstunden dauern kann.

Tietz, der selbst berufliche Erfahrungen mit der Organisation von Events hat, lobt schon jetzt seine Mitstreiter über den grünen Klee: „Meist hat ein kurzer Anruf schon genügt und ich hatte die Zusage zur Mithilfe im Kasten – auch von Mitgliedern der DJK.“ Schon in den Tagen vor dem Spiel werden in Kirdorfer Geschäften spezielle Werbeplakate aufgehängt. Jugendspieler werden durch die Straßen ziehen und Flyer in die Briefkästen einwerfen. Man hofft auch auf die eine oder andere prominente Persönlichkeit aus der Bad Homburger Kommunalpolitik unter den Zuschauern.

500 Fans in Oberursel

Ähnliche Anstrengungen unternahm vor zwei Jahren Eintracht Oberursel vor dem Lokalderby gegen den FC Oberstedten. Auch im damaligen Nachbarschaftsduell ging es im Vorfeld um einen Spitzenplatz. 500 Zuschauer brachten die Oberurseler damals auf die Beine. Und dieser tolle Tag hat die Mannschaft lange dermaßen beflügelt, dass am Ende der Spielzeit 2014/15 der erste Tabellenplatz und der Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt/West heraussprangen.

Große Unterstützung und eine Aufwertung des anstehenden derbys erfahren Tietz und sein Verein durch die derzeitige Tabellensituation. Die beiden Kirdorfer Vereine sind hartnäckige Verfolger des Tabellenzweiten FV Stierstadt. Bereits an diesem Sonntag müssen die SGKler nach Stierstadt, und am Tag des Kirdorfer Duells sind die Stierstädter dann zu Gast beim souveränen Tabellenführer FSV Friedrichsdorf. „Wochen der Wahrheit“ also – in der Kreisoberliga und erst recht in Kirdorf.

Das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen im Homburger Stadtteil ist richtig gut. Patrick Tietz lobt in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der DJK mitzuhelfen, das Derby zu einer alljährlichen Attraktion zu machen. Zur nächsten Begegnung soll dann die DJK Planung und Organisation übernehmen. Stephan Bodenröder, Trainer der DJK, sagt dazu: „Wir waren schon bei den ersten Gesprächen im Winter von der Idee begeistert und wollen helfen, wo es geht, dass dieses Derby ein Erfolg wird. Bei uns wird alles mobilisiert, dass die Zuschauerzahl 301 erreicht und möglichst sogar übertroffen wird.“

In diesem positiven Klima taucht zugleich auch wieder mal die Idee vom Zusammenschluss beider Vereine auf. Tietz will bei Kollegen seiner Generation beim Nachbarverein durchaus Gesprächsbereitschaft ausgemacht haben. „Die Zukunft wird und muss in diese Richtung gehen. Auf Dauer gibt es dafür keine Alternative. Wenn wir uns gegenseitig Spieler wegnehmen, kann am Ende keiner profitieren“, hofft Tietz auf weitere Annäherung. Für Stephan Bodenröder ist es „ein schwieriges Thema, das derzeit noch im Stadium der Träumerei liegt“. Er sagt aber auch: „Veranstaltungen wie am 9. April sind ein guter Weg in diese Richtung.“

Zusammenschluss ratsam

Einer der besten Kenner der Fußballszene in Kirdorf, ja in ganz Bad Homburgs, ist Richard Wehrheim (79). Der stimmt Tietz voll und ganz zu. Wehrheim, früher Spieler beider Kirdorfer Vereine sowie bei der SpVgg 05, hat jahrzehntelang überall als Ratgeber und Sponsor geholfen. Er sagt zu den innovativen Ideen: „Es ist gut, das Derby aufzuwerten. Beide Vereine werden profitieren. Zuletzt war die Luft raus. Ich bin schon seit längerem Befürworter eines Zusammenschlusses der Kirdorfer Clubs. Nur so kann es in Zukunft hohe Qualität im Amateurfußball am Wiesenborn geben.“