Unser Verein SGK Bad Homburg

 

Werdegang des 1.FC Viktoria 08 Kirdorf 
 
 
 
 
 
 
Im Jahre 1908 wurde in Kirdorfs Mauern von einigen jungen Leuten welche meistens Mitglieder vom „Club Humor" waren, ein Fußballklub gegründet. Diese jungen Leute unterhielten mit Kollegen der Nachbarvereine Homburgs, wo das Fußballspiel schon eingeführt war, einige Beziehungen und fanden Gefallen an diesem Spiel. 
Nach endlosen Mühen dieser begeisterten kleinen Schar von Anhängern des Sports, gelang es dann am 4. April 1908 in der Wirtschaft „Zur Stadt Friedberg" bei (Jos.  Mart. Braun) diese Tatsache zu verwirklichen.
 
 Die dreizehn Gründungsmitglieder:
 
August Astemer,  Ludwig Barth, Josef Bender, Valentin Bender, Philipp Birkenfeld, Josef Boss, Heinrich Braun, Johann Engländer, Jean Fabel, Philipp Fay, Franz Hett, Heinrich Rath, Jacob Wehrheim
 
In den ersten Vorstand des jungen Vereins wurden gewählt. 
Josef Denfeld Vorsitzender  
Wilhelm Blumenthal Schriftführer 
Heinrich Braum Kassierer 
Jean Fabel Vereinsdiener 
 
Nach der Vorstandswahl begann die erste Schwierigkeit in der Namensfrage. Schön soll der Name klingen, jeder fand seinen Vorschlag für den besten. Schließlich einigte man sich nach längerer Debatte auf den Namen 
 
1. F. C. "Viktoria 08" Kirdorf 
Als Vereinsfarbe wurde "rot-weiß“ gewählt.
 
Der nächste Akt galt der Schaffung einer Kasse zur Entstehung der Spielgeräte. Jeder der Gründer stiftete sofort einen kleinen Betrag, wovon die Torstangen und der erste Ball gekauft wurden. Gegen 1 Uhr nachts brachten die Gründer das erste „Hipp, Hipp, Hurra“ auf den jungen Verein und den Fußballsport aus, die Gründungsversammlung wurde geschlossen. Jeder Teilnehmer ging in freudiger Begeisterung nach Hause mit dem Bewußtsein, dem Fußballspiel in Kirdorf eine Stätte bereitet zu haben, dessen Pflege erste Pflicht sein soll. 
Das kleine Häuflein war sich auch bewußt, daß die nächste Zukunft viel Arbeit und Mühe bringen werde, doch Einigkeit und Mut zur Sache gaben sich die Hand, jedem Hindernis die Stirne zu bieten, im Interesse des schönen Fußballspiels.
 
 
Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg 
 
 
Nach dem 2. Weltkrieg gab es kein Deutsches Reich mehr, sondern vier militärische Besatzungszonen. Bad Homburg, und somit auch Kirdorf, gehörte zur Amerikanischen Zone. Die amerikanische Militärverwaltung, deren hohe Offiziere in Kirdorf wohnten, behielt sich vor, das gesamte kulturelle und sportliche Leben zu kontrollieren. Es galt zu verhindern, dass Leute, die in das nationalsozialistische Unrechtsregime verstrickt gewesen waren, wieder Einfluss gewannen. Alle bestehenden Sport-vereine wurden zunächst aufgelöst. „Entnazifizierung“ hieß die Parole.
 
Für Neugründungen von Vereinen war in jedem Einzelfall eine Genehmigung der Militärverwaltung erforderlich, auch für die Personen in den Vorständen. Um die Anzahl der neuen Vereine überschaubar und damit kontrollierbar zu machen, genehmigten die Amerikaner vorzugs-weise Zusammenschlüsse zu größeren Vereinen. So entstand im Jahre 1946 auch die Kirdorfer „Sportgemeinde“.
 
Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis in die 50-er Jahre hinein war für alle Deutschen eine Zeit der Neuorientierung, so auch für die Kirdorfer Vereine und ihre Mitglieder. Den 1.FC Viktoria gab es nicht mehr; sein Sportplatz an der Obermühle war verloren, die Stadt stellte den Platz an der Dietigheimer Straße zur Verfügung. Die DJK gründete sich schrittweise neu, in vielen Familien gab es sowohl Mitglieder der Sportgemeinde als auch der DJK.
 
Dass im Jahre 1954 nicht, wie eigentlich erwartet, die Fußball-Weltmeisterschaft von einer Mannschaft des Ostblocks (Ungarn), sondern von der Bundesrepublik Deutschland gewonnen wurde, beförderte die Integration der Deutschen in das westliche Europa. Dieser Integration dienten auch zahlreiche Reisen von Sportvereinen ins Ausland. So reisten Fußballer der Sportgemeinde Kirdorf in diesen Jahren unter anderem nach Kampen (Niederlande), nach Graz und Steyr in Österreich, nach Bad Mondorf (Luxemburg), nach Chur (Schweiz) und nach Epinay bei Paris. 
 
 
 
 
 
Fußball wird salonfähig 
 
 
 
Ab 1970 bereitete sich der deutsche Fußball auf die im Jahre 1974 bevorstehende erste Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land vor. Der DFB verzeichnete einen starken Anstieg seiner Mitgliedszahlen.
Bis zu dieser Zeit hatte der deutsche Fußball in weiten Bereichen noch sozusagen den Charme seiner proletarischen Herkunft. Vieles war improvisiert: Es gab schiefe, schräge oder zu kleine Spielfelder; Torlatten hingen in der Mitte deutlich durch, Markierungen auf den Spielfeldern fehlten das Gewicht der Bälle hing mitunter vom Wetter ab, Betreuer sprangen ohne weiteres als Schiedsrichter ein.
Die Sicherheitsvorkehrungen in Stadien waren oft laienhaft.
Die Schlagworte Kommerzialisierung und Professionalisierung beschreiben in etwa das, was sich ab 1970 vollzog. Verbandsfunktionäre des DFB würden vermutlich eher sagen: Bekämpfung des amateurhaften Schlendrians.
Ein paar Beispiele mögen verdeutlichen, was gemeint ist:
- Den Frauen wurde erlaubt, als Vereinsmitglieder Fußball zu spielen.
- Die Anforderungen an die Sportstätten wurden gesteigert und präzisiert.
- Geburtenstarke Jahrgänge gestatteten die Einführung von zusätzlichen Altersklassen bei der Jugend.
- Den Jugendlichen wurde angeboten, schon ab ihrer Einschulung mit dem Fußballspielen im Verein zu beginnen.
- Die Vorschriften für Schiedsrichter wurden verschärft.
- Verstöße gegen Satzung, Vorschriften und Regeln wurden mit Strafen sanktioniert.
So begrüßenswert diese Neuerungen auch waren: für die Vereine und ihre ehrenamtlich Tätigen brachten sie erhebliche zusätzliche Belastungen.
- Es gab mehr Bürokratie.
- Den Vereinen entstanden erheblich höhere Kosten, sie brauchten mehr Personal für Training, Betreuung, Planung und Koordination.
Der Erfolg bei der WM 1974 entschädigte dafür zumindest teilweise.