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Martin Ochmann schießt die DJK zum Sieg im Kirdorfer Derby

Wegen des besseren direkten Vergleichs gegenüber Verfolger EFC Kronberg reicht der DJK Bad Homburg am letzten Spieltag ein Remis gegen Absteiger Usinger TSG II zu Platz zwei. Spielentscheidend war im Kirdorfer Derby ein 39-jähriger Routinier.
Martin Ochmann (rechts), Torschütze des 1:0 für die DJK Bad Homburg, gegen Jamal Eltayeb (SGK Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode)Martin Ochmann (rechts), Torschütze des 1:0 für die DJK Bad Homburg, gegen Jamal Eltayeb (SGK
Wer in dieser Spielzeit die ein oder andere Kreisoberliga-Partie der DJK Bad Homburg verfolgt hat, wurde höchstwahrscheinlich von den flinken und technisch versierten Offensivspielern der Helveten verzückt. Mohamed Chafchaoui, Trainer des Kontrahenten aus dem Lager der SGK, schnalzte nach dem Abpfiff des Kirdorf-Derbys ebenfalls mit der Zunge. „Die haben schon geile Spitzenspieler – gerade in der Offensive“, zog er anerkennend den Hut vor den „Schwarzen“. Da es aber seine Mannschaft war, die gegen die hochgelobte gegnerische Angriffsreihe vor rund 180 Zuschauern „echt bombig verteidigte“, musste ein Helvete, den man nicht unbedingt der DJK-Offensive zuordnet, für die knappe 1:0-Entscheidung zugunsten des Aufstiegsrunden-Anwärters sorgen.

Martin Ochmann hat in seiner Karriere schon einiges erlebt. In der Regionalliga Süd sowie der früheren Oberliga Hessen war der mittlerweile 39-Jährige für den FC Eschborn am Ball. Mit dem FSV Friedrichsdorf holte Ochmann im letzten Jahr souverän die Meisterschaft in der Kreisoberliga Hochtaunus. Den Gang in die Gruppenliga trat er damals nicht an. Stattdessen wechselte er im Sommer zurück zu seinem Jugendverein, der DJK Bad Homburg. Dort ist er Spielführer. Ihn als Herz der Mannschaft zu beschreiben, wäre vielleicht ungerecht seinen ebenfalls qualitativ hoch veranlagten Kollegen gegenüber. Zumindest ist Ochmann, den sie „Bubu“ nennen, aber ein prägendes Herzstück, in etwa die linke Herzkammer, die das Spiel der Helveten immer wieder mit frischen Ideen anreichert.

 Bilderstrecke zum Derby

Ochmann betreibt trotz fortgeschrittenen Fußballeralters in jedem Spiel einen immensen Laufaufwand, scheut keinen Zweikampf und beweist mit fein abgestimmten Pässen immer wieder Auge für die Mitspieler. Diese allerdings vergaben gestern im Derby gegen die „Roten“ durchweg beste Möglichkeiten. Sowohl Yasin Albayrak (2.,5.) als auch Yassin Belfkih (20.) und Lukas Piecha (21.) hätten schon früh die Weichen auf Sieg der DJK stellen können. Sie scheiterten entweder an der eigenen Zielgenauigkeit oder am gut aufgelegten SGK-Keeper Claudio Kroll.

Bei den „Roten“ drückt vorne in dieser Spielzeit besonders der Schuh. „Wir brauchen zu viele Chancen, erzielen zu wenig Tore, das ist unser großes Manko“, konstatierte Chafchaoui nach Spielschluss. Wirklich bedrohlichen Abschlüssen, vornehmlich aus ruhenden Bällen durch Emre Yilmaz, fehlte es in beiden Durchgängen stets an Glück und Konsequenz. Die größte Prüfung in Hälfte eins durch einen satten Distanzschuss von Eghosa Osagie meisterte DJK-Schlussmann Jan Oliver Bieker mit einer Flugparade (40.).

Satter Freistoß zum 1:0
In dem ausgeglichenen Duell schlug das Pendel dank Ochmann – zumindest temporär – für die DJK aus. Der Kapitän übernahm bei einem Freistoß aus etwa 18 Metern die Verantwortung und drosch den Ball zum 1:0 in die Maschen (47.). Über 20 Minuten dauerte es, bis sich die SGK von diesem Schock wieder halbwegs erholt hatte. Gegen eine gut gestaffelte Defensive boten sich den „Roten“ aber weiter nur wenige Räume, obwohl sich die DJK ihr Leben selbst erschwerte. Nach Gelb-Roter Karte gegen Mark Hohmann zog das DJK-Trainerduo Stephan Bodenröder/Jürgen Bornschein Ochmann in die Innenverteidigung zurück. Und die „linke Herzkammer“ der DJK erhielt auch auf neuer Position die Aufstiegshoffnungen am Leben.

Als Ochmann mit riskanter, aber fairer Grätsche im eigenen Strafraum gegen Oktay Sen (80.) einen der besten SGK-Vorstöße des zweiten Durchgangs entschärfte, trug er einen weiteren entscheidenden Teil zum vielumjubelten Derbysieg am Kirdorfer Wiesenborn bei.

 

Im kleinen Derby siegte ebenso die DJK

SGK Bad Homburg II – DJK Bad Homburg II 1:2 (1:1):

„Was man nur falsch machen kann, haben wir falsch gemacht“, ärgerte sich SGK-Coach Vladimir Todorovic maßlos über die verpasste Chance, mit einem Sieg auf dem Relegationsplatz zu verbleiben. Auch die 1:0-Führung durch Marcus Ithen (29.) brachte keine Ruhe ins Spiel der „Roten“, die nur zwei Minuten später den Ausgleich durch Julian Paul kassierten. Für den Siegtreffer der Helveten, die in spielerischer Hinsicht ein leichtes Übergewicht hatten, sorgte Agostino Pannunzio in der 51. Minute.